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08. 09. 2010

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AVR ATmega8 Testboard

Einfaches Experimentierbord für 28polige ATMEL AVR Controller

Für erste Versuche mit 8Bit AVR (Advanced RISC; RISC steht für Reduced Instruction Set Computer) Controllern der Firma ATMEL habe ich ein einfaches Experimentierbord entworfen. Es können neben dem ATmega8 auch andere Controller im 28poligen DIP Gehäuse eingesetzt werden.

Testboard Ansicht

Das fertig bestückte Testboard. Zwei blaue Brücken sind schon gesteckt, um den Controller mit dem COM Port zu verbinden.

Die Schaltung benötigt eine Spannungsversorgung von etwa 9V bis 12V. LED9 zeigt die, auf dem Board mit IC2 geregelte, 5V Spannung an, wenn der Batterieschalter auf EIN steht. Verwendet man nur die auf dem Board vorhandenen Bauteile benötigt IC2 keinen Kühlkörper. Auch der, für die Programmierung des Controllers notwendige, ISP (In System Programmer) wird vom Board mit Spannung versorgt. D1 schützt das Board und einen verbundenen ISP vor einer falsch angeschlossenen Spannungsversorgung und sollte nicht gespart werden.

ATmega8 Testboard Bestückungsplan

Auf der Platine befinden sich im Wesentlichen folgende Bauteile:

- 28polige Fassung für AVR Controller
- 3polige Fassung für Quarz (Mittelanschluss an GND)
- LED1 bis LED8 für die Anzeige von Portzuständen
- zwei Einstellregler Poti1 (R3), Poti2 (R4) für die Simulation von Analogeingängen zwischen 0V und 5V
- zwei Taster S1, S2
- ein Piezoschwinger für Tonausgaben
- eine 16polige Fassung für einen Pegelwandler TTL <--> V.24 für die Verbindung zu einem Standard COM Port
- ein 9poliger SubD Stecker für Verbindung zu einem Standard COM Port
- ein 5V/1A Spannungsregler
- eine 6polige Standard ISP Schnittstelle für die Programmierung des Controllers
- jeweils ein Stützpunkt für GND und +5V

Für den Pegelwandler IC1 und den AVR Controller sind Standard IC Fassungen vorgesehen (Einbaurichtung beachten). Die Ein- bzw. Ausgänge der Baugruppen sind mit einfachen Steckbuchsen abgeschlossen. Diese Steckbuchsen gibt es im Fachhandel in verschiedenen Längen im Raster 2,54mm. Mit einem Seitenschneider sind die benötigten Längen einfach herzustellen. Die Verdrahtung zwischen diesen Steckbuchsen erfolgt je nach Anwendungsfall mit einfachem, starren Schaltdraht. Auch für einen Quarz ist eine 3polige Buchse vorgesehen. Der mittlere Anschluss ist mit GND verbunden. Der ISP Steckverbinder ist fest verdrahtet.
Der Aufbau der Schaltung erfolgt auf einer kleinen Leiterplatte 75x100mm. Die Leiterplatte ist mit dem Programm EAGLE erstellt. In der Leiterplatte sind 4 Bohrungen für Kunststoff Abstandsstücke. Es ist kein Gehäuse vorgesehen.

COM Port Test

Bevor die Platine benutzt wird, sollte die Funktion ohne IC getestet werden. Nach einer sorgfältigen, optischen Fehlerprüfung schließt man die Spannungsversorgung an und schiebt den Schalter in Position EIN. LED9 leuchtet. Am Pin16 der IC1 Fassung ist eine Spannung von +5V gegen GND (TP37) zu messen. Nun schiebt man den Schalter in Position AUS und steckt IC1 in die Fassung. Dann wird die Baugruppe mit einem Nullmodem Kabel an einen COM Port am PC angeschlossen. Auf dem PC startet man unter Windows das Programm Hyperterminal. In Hyperterminal wird eine Direktverbindung zur COM (wo das Testboard angeschlossen ist) mit 4800,8,1,n kein Protokoll, Echo aus, eingerichtet.
Nun steckt man eine Drahtbrücke wie das Bild zeigt und schiebt den Schalter in Position EIN. Eingaben mit der Tastatur in Hyperterminal sollten jetzt auf dem Bildschirm zu sehen sein. Wird die Drahtbrücke entfernt, dürfen keine Ausgaben am Bildschirm zu sehen sein. Damit ist die Schnittstelle getestet. Der Schalter wird in die Position AUS geschoben.
Bei Problemen sind die Bauteile um IC1, insbesondere der richtige Einbau der Elkos, zu überprüfen.
Dieser Test wird auch mit jeder anderen Baudrate funktionieren. Die benutzte Baudrate von 4800 ist aber für die folgenden Tests notwendig.

Dafür habe ich ein einfaches Basic Programm für BASCOM-AVR geschrieben. Ich verwende die Demo Version von BASCOM-AVR, die frei von der BASCOM Webseite zu laden ist und entsprechend der Anleitung installiert werden sollte. Um das vorgestellte Programm auszuprobieren, ist BASCOM-AVR aber nicht erforderlich, weil alle notwendigen Dateien im Downloadbereich vorhanden sind.

Das vorgestellte Beispiel testet die Funktionen des Boards in Verbindung mit einem ATmega8. Dazu ist das Board entsprechend der folgenden Tabelle zu verdrahten.

Beispiel Anschlusstabelle

Das Bild zeigt die Verdrahtung für das vorgestellte Testprogramm. Diese einfache Tabelle ist im EXCEL Format erstellt. Hier kann man die Portzuordnung eintragen. In der *.board Datei von EAGLE befindet sich ein Layer 117 Beschriftung. In Verbindung mit dem EXCEL Arbeitsblatt behält man die Übersicht um das Testboard entsprechend der Programmierung zu verdrahten.

EAGLE Board Layer 117 Beschriftung

Das BASCOM-AVR Programm muss zuerst in einen ATmega8 Controller programmiert werden. Ich verwende den original ATMEL AVR ISP. Dieser Programmer wird mit dem mitgelieferten Kabel an einen COM Port eines PC angeschlossen. Dem Programmer liegen ein 10poliges und ein 6poliges Kabel für die Verbindung zur AVR ISP Schnittstelle bei. Für mein Testboard muss das 6polige Kabel verwendet werden. BASCOM-AVR unterstütz in der getesteten Demo Version den ATMEL AVR ISP leider nicht. Aber dem ATMEL AVR ISP liegt die aktuelle Version des ATMEL AVR STUDIO bei. Dieses Programm kann man aber auch von der ATMEL Seite frei laden.
Für dieses Beispiel findet man die notwendige Datei zur Programmierung im Downloadbereich. BASCOM-AVR erzeugt diese Datei beim Kompilieren eines BASIC Programms. Der ATMEL AVR ISP benötigt die *.HEX Datei.

Testprogramm

Das Bild zeigt das, entsprechend der obigen Tabelle, verdrahtete Testboard mit angeschlossenem ATMEL AVR ISP. Der ISP sollte immer bei ausgeschalteter Spannung mit dem Testboard verbunden bzw. getrennt werden. Erst danach schaltet man den Batterieschalter in Stellung EIN. Die LED am ISP leuchtet erst rot und nach kurzer Zeit ständig grün.

Menü1

Jetzt startet man das AVR STUDIO und wählt unter Connect...

Menü2

den COM Port aus, an dem der ISP angeschlossen wurde. Im Beispiel ist das COM1. Wenn der ISP erkannt wird, erscheint folgendes Bild:

Menü3

Unter Device wird der ATmega8 ausgewählt. Unter Flash wird die Input Datei BOARDTEST.HEX ausgewählt. Alle anderen Einstellungen im AVRISP Menü bleiben unverändert. Jetzt klickt man unter Flash den Button Program. Bei erfolgreicher Programmierung erscheinen im AVRISP Menü die unten aufgeführten Meldungen.

Das Programm auf dem Testboard startet automatisch. Vorausgesetzt wird die richtige Verdrahtung wie in der oben angegeben Tabelle. Es leuchten jeweils paarweise die LED1 + LED5 bis LED4 + LED8 auf. Der Piezoschwinger gibt dazu Töne aus. Poti1 verändert die Tonhöhe. Poti2 verändert die Geschwindigkeit der LED Weiterschaltung. S2 schaltet den Ton ab. Mit S1 kann man die Tonausgabe wieder einschalten.

Nun verbindet man den COM Port vom Testboard und einen COM Port am PC mit einem Nullmodem Kabel. Auf dem PC startet man unter Windows das Programm Hyperterminal. In Hyperterminal wird eine Direktverbindung zur COM (wo das Testboard angeschlossen ist) mit 4800,8,1,n kein Protokoll, Echo aus, eingerichtet. Jetzt sollte man Anzeigen vom Testboard in Hyperterminal sehen. Es werden die Werte der AD Wandler 1 und 2 angezeigt.

Terminalanzeigen

Ein Druck auf ESC an der PC Tastatur beendet das Programm.
Ist man bis hierher erfolgreich gekommen, kann man davon ausgehen, dass die Komponenten des Testboards funktionieren.

Die Datei ATmega8-Test.zip im Downloadbereich enthält alle erforderlichen Dateien für Aufbau und Test des Experimentierbords.

M.L. 10/2005

 

Meine große Liebe hat mich verraten, als ich 13 war. Jetzt liebe ich Jesus. Ich habe alles, was ich brauche.

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Aktualisierung:
06.07.2009

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