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08. 09. 2010

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LIBANON 1995

Anfang September 1995 nutze ich die Gelegenheit um in den Libanon zu reisen. Freunde von mir hatten eine Arbeit angenommen die sie für einige Jahre in dieses Land brachte.

Karte

Man braucht als Einzelreisender eine Einladung um ein Visum zu bekommen. Diese Reise führte mich das erste Mal in meinem Leben in eine völlig andere Kultur. Ein Airbus der Fluggesellschaft MEA bringt mich in knapp vier Stunden von Berlin Schönefeld nach Beirut. Ich habe noch nie so viele Kinder in einem Flugzeug gesehen. Europäer sind klar in der Minderheit.
Auf dem Beiruter Flughafen werde ich nach der offiziellen Paßkontrolle von Zivilisten drei-, viermal nach meinem Paß gefragt, ehe ich den Ausgang erreiche. Dann bin ich in einem Land in dem noch vor kurzer Zeit ein Bürgerkrieg tobte und das ist auch nicht zu übersehen. Zum Glück erwarten mich schon meine Gastgeber.

Beirut bei Nacht

Beirut am Abend. Meine Gastgeber wohnen in Zahlah. Das bedeutet eine Autofahrt über das Libanon Gebirge. Es gibt einige Straßenkontrollen. Kommt eine Straßensperre in Sicht macht man das Licht im Auto an, legt die Hände sichtbar auf das Armaturenbrett und hält den Reisepaß bereit.

Zahlah in der Bekaebene

Zahlah liegt in der Bekaebene und ist mehr christlich geprägt. Tagsüber sind über 30Grad im Schatten. Die Luft ist aber trocken.

Weintrauben kann man vom Balkon pflücken

An einigen Häusern ranken sich Weintrauben hoch.

Händlergasse

Es gibt viele kleine Geschäfte in denen man praktisch alles kaufen kann. Neben arabisch sprechen viele Leute englisch. Ich kann leider beides nicht.

Hotel Monte Alberto

Das Hotel Monte Alberto.

Blick zur Maria

Vom drehenden Restaurant aus mache ich die Nachtaufnahme. Die helle Spitze in der Ferne ist eine Maria Statue.

Blick von der Maria

Von dort entstand die obere Aufnahme in Richtung des Hotels.

In der Mitte Hotel Samar

Übers Wochenende fahren wir nach Beirut. 20Km entfernt, in Jounieh am Mittelmeer, haben wir ein Apartment im Hotel Samar zur Verfügung. Das Hotel bietet allen Komfort. An der Küste ist es genauso warm wie in der Ebene aber die Luftfeuchtigkeit macht mir zu schaffen. Über den Bergen bilden sich Wolken und man denkt, gleich beginnt es zu regnen. Aber nichts passiert und am Abend leuchten die Sterne. In der Nacht ist es recht laut. Vor dem Hotel rattern die Stromgeneratoren, im Zimmer die Klimaanlage.

Alt Beirut1

Beirut ist teilweise schwer vom Bürgerkrieg gezeichnet. Aber überall pulsiert das Leben der 1,5Millionen Einwohner. An vielen Stellen wird gebaut. Der Verkehr ist so dicht wie in vielen Großstädten. Es gibt aus meiner Sicht übrigens nur eine Verkehrsregel, nämlich das es keine Regel gibt. Wenn sich Alle daran halten funktioniert es. Jedenfalls findet man kaum Verkehrszeichen. Auffallend sind die vielen Goldläden. Man kann hier Goldschmuck zum reinen Goldpreis kaufen.

Alt Beirut2

In der Innenstadt von Beirut. Hier gibt es unzählige Geschäfte. Es sind viele Leute unterwegs. Man kann mit US$ bezahlen. Ich habe schöne, fast neue 100U$ Scheine von meiner Sparkasse bekommen. Das scheint den Händlern nicht so zu gefallen. Jeder Schein wird mißtrauisch geprüft. So erfahre ich nebenbei das amerikanische 100$ Noten zu den am meisten gefälschten Geldscheinen gehören. Ist ein Händler von der Echtheit überzeugt, macht er ein Zeichen auf dem Schein. Je mehr Zeichen ein Schein hat und je mehr zerknittert er ist, um so leichter wird man ihn wieder los.

Taubengrotten

Die Taubengrotten im Mittelmeer vor Beirut.

Harissa

Mit einer Seilbahn fahren wir am Nachmittag 600m hinauf nach Harissa. Hier befindet sich Notre Dame du Liban mit einer großen Maria Statue.

Bucht von Jounieh

Man hat einen weiten Blick über die Bucht von Jounieh nach Beirut...

Libanon Gebirge

... und über das Libanon Gebirge.

Jounieh

In Jounieh. Viele Hotels, Restaurants und Läden.

Jounieh Tankstelle

Uralte Werkstätten und moderne Autohäuser

600m hoch, Harissa

Die ganze Bucht am Mittelmehr ist besiedelt.

Jubayl Hafen

Der Hafen von Jubayl (Byblos). Diese Hafenstadt gilt als die älteste, ununterbrochen bewohnte Stadt der Welt. Hier lebt man vom Fischfang und jetzt auch wieder von den Touristen. Es gibt sehr viele Andenkenläden. Die Innenstadt hinterläßt einen gepflegten Eindruck. Am Abend wird ein großes Fest gefeiert. Es gibt Essen und Trinken (auch Alkohol) ohne Ende. Dazu Musik von Livebands. Auf den Hafenmauern patrouillieren Soldaten.

Tourist1

Ich habe Gelegenheit einheimische Familien kennenzulernen. Gastfreundschaft wird großgeschrieben. Es ist schade das meine Sprachkenntnisse mehr als bescheiden sind.

Tempel des Jupiter in Baalbek

Baalbek ist mehr eine moslemische Stadt. Vor den Tempelanlagen parken Reisebusse aus Syrien.

Tourist2

In Baalbek besichtigen wir den -Tempel des Jupiter-, auch bekannt als -die Ruinen von Baalbek-. Es ist eindrucksvoll, was die Menschen schon vor über 2000 Jahren erschaffen haben. In dem Tempel findet man die größten, von Menschenhand hergestellten, -Mauersteine-.

Ein Mauerstein

Einer ist aus unerfindlichen Gründen übriggeblieben und somit ein schönes Fotoobjekt.

Warten auf Touristen

Für ein paar Dollar kann man auf Kamelen reiten. Ich traue mich aber nicht.

Die Urlaubstage vergehen schnell. Mit Souvenirs, libanesischem Wein und Schnaps mache ich mich auf den Heimweg. Auf dem Flughafen in Beirut werde ich vom Zoll kontrolliert (ich werde immer und überall kontrolliert). Der Flug startet mit Verspätung, verläuft aber ohne Probleme.
Als ich in Berlin aussteige fühle ich mich wie im Winter, obwohl es erst Anfang September ist. Es braucht einige Zeit die Eindrücke dieser Reise zu verarbeiten.

M.L. 1995

Meine große Liebe hat mich verraten, als ich 13 war. Jetzt liebe ich Jesus. Ich habe alles, was ich brauche.

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Aktualisierung:
06.07.2009

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