|

EIN NEUER PC
Erste Erfahrungen
Mein dritter, IBM kompatibler PC, ist von der Stange
bei einer großen roten Marktkette in Deutschland gekauft. Neben einfachen
Aufgaben eines Computers wie: Texte schreiben, Tabellen kalkulieren, Datenbanken
abfragen, Bilder bearbeiten, Zeichnungen erstellen, Drucken, Internet-
und Mail- Zugang, Spielen usw., soll dieses System einen CD, MP3 oder
DVD Player, einen Audio oder Videorecorder oder ein Audio oder Video Schnittsystem,
nicht nur vollständig ersetzen sondern, je nach Software, mit Möglichkeiten
versehen, die noch vor einiger Zeit im Hobby Bereich nicht bezahlbar oder
einfach undenkbar erschienen. Einige Daten:
CPU: Pentium 4 - 2GHz; L2C :512KB
RAM: 256MB DDR; 2Plätze, 1x belegt
HD: 80GB; 76317MB nutzbar
DVD ROM 16/40 CDRW 32/12/48
Video: GeForce4 MX440 64MB RAM
Audio: Dolby 5.1 on Board
Modem: Intern 56K V.90 LAN:
Fast Ethernet 10/100 on Board
2x PCI Steckplatz frei;
1x HD ATA100 Anschluss frei
Anschlüsse:
2x PS2
1x Parallel
1x Seriell
1x Gameport / Midi
1xCRT Monitor
Video in und out je 1x Composite + S-Video
2x Audio Line in
1x Microphone in
3x Audio Line out für 6Kanal Audio
1x Audio SPDIF KOAX in,
1x Audio SPDIF KOAX out
1x Modem RJ-11
1x LAN RJ-45
2x i-Link IEEE1394 (Firewire)
4x USB 1
ConnectX Anschluss Panel an der Gehäusefront
Software:
MS Windows XP Home-Edition OEM,
MS Works Suite 2002 DVD OEM (bestehend aus MS Word 2002, MS Works 6.1,
MS Encarta Encyclopedia 2002, MS Picture It! Photo 2002, MS AutoRoute
2002)
InterVideo Win-DVD-CODER-DVR-PRODUCER-RIP
Adobe Acrobat Reader
Nero Burning ROM
Ein Standard PC mit allen gängigen Anschlüssen. Besonders
die SPDIF und Video Anschlüsse sind für mich wichtig. Es ist ein guter
Durchschnitt was man an Leistung für das Geld bekommt. Wer einen HI-END-SPIELE-PC
erwartet, ist vielleicht enttäuscht. Gemessen an meinem fast 5 Jahre alten
P2-400 ist es aber schon ein Sprung und für gelegentliches Zocken ausreichend.
Außerdem sind das aktuelle BS von Microsoft dabei und alle mitgelieferte
Software auf die Hardware abgestimmt. Die InterVideo Software ist nicht
auf dem neuesten Stand, aber zu gebrauchen. Positiv sind die vorn zugänglichen
Anschlüsse: 2x USB; 1x i-Link 1x Video in, 1xAudio in, 1xMicrophone in.
Negativ ist das einfache Blechgehäuse. Außerdem ist der PC recht laut,
was vor allem auf den Lüfter für die CPU zurückzuführen ist. Ein Blick
in das Gerät ist nach Lösen von zwei Schrauben möglich und zeigt einen
einfachen aber soliden Aufbau. Der PC wird vollständig vorkonfiguriert
geliefert. Aber alle Software liegt auch auf CD bzw. DVD bei. Die Inbetriebnahme
ist problemlos. Windows XP ist schon aktiviert. Natürlich fällt die Werbung
für die Marktkette, den Hersteller und Onlinedienste auf. Die Platte ist
in drei Partitionen aufgeteilt. Davon dient eine für die Wiederherstellung
des Systems in den Auslieferungszustand. Recht knapp ist die beigelegte
Dokumentation. Es fehlt eine genaue Beschreibung vom Mainbord. Der Support
über das Internet ist gut. Anfragen wurden innerhalb zweier Arbeitstage
beantwortet. Der Firmensitz ist in Deutschland.
Neu ist für mich Windows XP. Ich habe nach W98SE privat
keine Updates mehr mitgemacht. Mit W98SE bin ich vertraut und es läuft
auf meinem alten PC sehr zuverlässig. Es galt also zuerst WXP etwas zu
erkunden. Meiner Meinung nach wichtigste Neuerung ist das Dateisystem
NTFS. Wer mit WNT zu tun hat wird es schon kennen. Damit sind endlich
die Voraussetzungen für echten Multiuser Betrieb gegeben. Leider werden
die Möglichkeiten von der XP Home Edition nicht ausgenutzt. Ich hatte
erwartet, dass es so wie bei WNT oder UNIX Systemen funktioniert. Es gibt
aber nur eine Zweiklassen Gesellschaft: den Administrator und den Rest
der Welt. Wenn man allein den PC nutzt, braucht man keine User einzurichten.
Man muss noch nicht mal ein Passwort festlegen. Anders ist es, wenn mehrere
User den PC nutzen. Komfortabler als bei W98SE ist die Netzwerkadministration.
LAN, Internet und Mail sind schnell eingerichtet. Es sollten aber grundlegende
Netzwerkkenntnisse vorhanden sein. Positiv ist, dass einige Sachen für
die man bei W98 noch Tools brauchte, bei WXP schon drin sind, z.B. ZIP
Packer - Entpacker, Dateibetrachter, Brennsoftware für die normalen Sachen.
Ich habe erst mal alle Hardwarekomponenten ausprobiert. Die SPDIF Anschlüsse
funktionieren obwohl sie im BIOS nicht aktiv gesetzt sind. Bei der Gelegenheit
stellte sich heraus, dass die Tonausgabe von DVD Filmen an SPDIF nur PCM
ist. Will man das komplette Signal ausgeben, muss in der DVD Wiedergabesoftware
die SPDIF Ausgabe ausdrücklich noch mal aktiviert werden. Das ist kein
Nachteil, man muss es nur wissen, um den vollen 6Kanal Sound von AC3 am
Verstärker (z.B. Philips FR960) zu genießen.
Ich habe dann etwas mit dem System gespielt, was ich
natürlich sonst nie mache ;-)). Mal hier und da geklickt, diese und jene
Software ausprobiert usw. Mit der alten, von mir genutzten Software gibt
es kein Problem. Selbst 8Jahre alte W3.1 Software (ja, ich nutze so was
noch) läuft problemlos, auch ohne Nutzung des Kompatibilitätsmodus. Aber,
keine Regel ohne Ausnahme. Ich nutze zwei Geräte die sehr hardwarenahe
arbeiten: einen MP3 Player RIO PMP300 am Parallelport und einen SmartMedia
Adapter im Floppylaufwerk. Beide Geräte sind mit der alten Software erst
mal nicht zum Arbeiten zu bewegen. Eigentlich war das zu erwarten. WXP
lässt den Zugriff auf Hardware nicht mehr so einfach zu. Das bedeutet,
dass man generell ein Problem mit solchem Zubehör bekommt. Da hilft nur,
sich beim Hersteller nach Lösungen (Treiber für WXP) zu erkundigen. Man
kann nur hoffen, dass die Hersteller etwas tun bzw. dass es die Hersteller
noch gibt. Für den SM Adapter habe ich eine Lösung bei www.olympus.de
gefunden. Für RIO PMP300 gibt es eine Freeware Lösung bei www.drilsej.com/rio.html
.
Nachdem ich nun das System etwas durcheinandergebracht
hatte, beschloss ich eine Neuinstallation. Es war Neugier (wie geht das
denn bei WXP?) und der Wunsch den Werbemüll von der Platte zu werfen.
Nebenbei erfährt man, ob die beigelegte Software vollständig und in Ordnung
ist. Vorweg: Man soll sich ruhig trauen. Man kann nichts kaputt machen
und auch keine Daten verlieren, solange man nichts Wichtiges aufgespielt
hat, denn der PC ist ja neu. Man lernt sein System besser kennen und weiß
etwas mehr darüber. Der Hersteller sagt, dass eine Neuinstallation von
WXP auf der gleichen Hardware keine neue Aktivierung erfordert, solange
das BIOS nicht verändert wird. Ich installiere ein neues Betriebssystem
nie über ein altes, sondern formatiere die Platte neu. Das hat sich bewährt.
Ich habe die Platte in zwei Partitionen eingeteilt und
formatiert. Dann WXP von der beigelegten CD installiert. Danach wurden
die Gerätetreiber von den beigelegten CDs installiert. Im Prinzip gab
es keine Probleme. Man sollte aber besser vorher beim Hersteller im Internet
nach neuen Treibern sehen. Man kann bei WXP bei Problemen nicht so einfach
irgendwas über das vorhandene System installieren. Es muss immer erst
das alte Zeug gelöscht werden. Dieser Mechanismus kann lästig werden.
Ich hatte eine falsche Sprachversion bei der Scannerinstallation gewählt.
Das war so einfach nicht rückgängig zu machen. Eine Registrierung war
nur bei MS Word 2002 nötig. WXP ist erst mal nicht sehr stabil. Zum Beispiel
brachte der Versuch, eine größere Videodatei mit dem Mediaplayer abzuspielen,
den Neustart des Computers. Gebessert hat sich das, nachdem die von Microsoft
angebotenen Updates durchgeführt wurden. Das habe ich so eingestellt,
dass ich wenigstens benachrichtigt werde. Die Installation muss man dann
noch starten. Immerhin hat das Laden der Dateien mit Modem bei mir eine
Stunde gedauert und hat wohl geholfen. Trotzdem macht WXP auf mich einen
durchwachsenen Eindruck. Man hat einfach das Gefühl nicht über den Dingen
zu stehen und von anderen Leuten abhängig zu sein.
M.L. August 2002
|