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08. 09. 2010

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TCP/IP GRUNDLAGEN

Eine kurze EInführung zu TCP/IP

Dieser Beitrag behandelt Grundlagen der TCP/IP Technologie. Für die konkrete Einrichtung von Rechnern sind weitergehende Kenntnisse über Betriebssysteme und Netzwerkdienste erforderlich. Ursprünglich für eine Präsentation geschrieben wird in kurzen Stichpunkten versucht, eine Basis für das Verständnis der TCP/IP Technologie zu schaffen.

Netz

Die paketorientierte Übertragung ist die Grundidee.

Bei der leitungsvermittelten Übertragung (Telefon) wird eine Verbindung über einen festen Weg aufgebaut. Danach kann diese Leitung benutzt werden.

Bei der paketorientierten Übertragung werden alle zu übertragenden Daten in autarke Datenpakete aufgeteilt, die unabhängig voneinander übertragen werden können. Jedes Datenpaket benötigt dazu Steuerinformationen, z.B. Adressen des Sende- und Zielrechners. So können die Datenpakete selbständig einen Weg zum Empfänger finden.

TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol)
Austausch von Daten in stark heterogenen Rechnerumgebungen. Entwicklung Mitte der 70er Jahre.
ISO (International Organization for Standardization) entwickelt 1979 ein Schichtenmodell:
OSI (Open Systems Interconnection)
Versuch einer Zuordnung OSI - TCP/IP Schichtenmodell:

Schicht
ISO / OSI Modell
 
TCP / IP Modell
7
Applikationsschicht Applikations- Protokolle telnet, ftp, nfs, rlogin, DNS smtp, snmp, X-Windows socket library
6
Präsentationsschicht
5

Kommunikations- Steuerungsschicht

4
Transportschicht Transportprotokolle TCP UDP
3
Netzwerkschicht Internet Workprotokolle IP EGP, RIP, ICMP ARP, RARP
2
Sicherungsschicht Network Access Protokolle Ethernet CSMA / CD Token Ring, FDDI
1
Bitübertragungsschicht

 

IP Protokollstandard IPv4 (IP Version4) 32Bit Länge (4 Byte) Aufteilung in 4 Zahlen zu je 8 Bit Schreibweise vorwiegend als Dezimalzahl mit Trennung durch Punkt.

Beispiel: 192.168.128.17

NET-ID = Netzwerkanteil, Festlegung des Netzwerkes
HOST-ID = Hostanteil, Rechner innerhalb eines Netzwerkes

5 Netzwerkklassen: Class A, B, C, D, E
Ab 1995 IP Protokollstandard IPv6 (IP Version6) 128Bit Länge (16Byte) Kompatibilität zu IPv4

Class A:
1.0.0.0 bis 127.0.0.0 Netzwerkanteil: 7Bit im 1. Byte (1 Bit festgelegt) Hostanteil: 2. bis 4. Byte (24Bit) Sehr geringe Anzahl von Netzwerken mit einer sehr großen Anzahl von Rechnern pro Netzwerk Anzahl möglicher Netze: 128 Anzahl Hosts pro Netzwerk: 16.777.214

Class B:
128.0.0.0 bis 191.255.0.0 Netzwerkanteil: 6Bit im 1. Byte (2Bit festgelegt) und 8Bit im 2. Byte (insgesamt 14Bit) Hostanteil: 3. und 4. Byte (16Bit) Mittlere Anzahl von Netzwerken mit einer mittleren Anzahl von Rechnern pro Netzwerk Anzahl möglicher Netze: 16.384 Anzahl Hosts pro Netzwerk: 65.534

Class C:
192.0.0.0 bis 223.255.255.0 Netzwerkanteil: 5Bit im 1. Byte (3Bit festgelegt) und jeweils 8Bit im 2. und 3.Byte (insgesamt 21Bit) Hostanteil: 4. Byte (8Bit) Große Anzahl von Netzwerken mit einer geringen Anzahl von Rechnern pro Netzwerk Anzahl möglicher Netze: 2.097.152 Anzahl Hosts pro Netzwerk: 256

Class D und E werden nur für Testzwecke benutzt.

 

Netzwerkmasken
stellen einen Filter da, mit dem Rechner in einem Netzwerk entscheiden können, ob sie dem gleichen logischen Netz angehören.

Standardnetzwerkmaske: Class A: 255.0.0.0 Class B: 255.255.0.0 Class C: 255.255.255.0

Bei gegebener IP Adresse eines Rechners erhält man die Netzwerkadresse dieses Rechners, indem man seine IP Adresse mit der Netzwerkmaske bitweise UND verknüpft. Dabei gilt, das bei Netzwerkadressen alle Bitstellen des Hostanteils 0 sind. Nur Rechner, die die gleiche Netzwerkadresse besitzen, befinden sich im gleichen logischen Netzwerk.

Class A   IP Adresse
100
217
8
25
AND
Netzwerkmaske
255
0
0
0
=
Netzwerkadresse
100
0
0
0
Class B   IP Adresse
130
18
27
33
AND
Netzwerkmaske
255
255
0
0
=
Netzwerkadresse
130
18
0
0
Class C   IP Adresse
198
4
211
127
AND
Netzwerkmaske
255
255
255
0
=
Netzwerkadresse
198
4
211
0

Broadcastadressen
Eine IP Adresse, bei der alle Bits des Hostanteils auf 1 gesetzt sind. Die Netzwerkadresse wird mit der invertierten Netzwerkmaske bitweise ODER verknüpft. Dadurch können Datenpakete an alle Rechner eines logischen Netzwerkes gesendet werden.

Class A   Netzwerkmaske
255
0
0
0
Invertierte Netzwerkmaske:
0
255
255
255
OR
Netzwerkadresse
100
0
0
0
=
Broadcastadresse:
100
255
255
255
Class B   Netzwerkmaske
255
255
0
0
Invertierte Netzwerkmaske:
0
0
255
255
OR
Netzwerkadresse
130
18
0
0
=
Broadcastadresse:
130
18
255
255
Class C   Netzwerkmaske
255
255
255
0
Invertierte Netzwerkmaske:
0
0
0
255
OR
Netzwerkadresse
198
4
211
0
=
Broadcastadresse:
198
4
211
255

Loopback Adresse
Die Class A Netzwerkadresse 127 ist für local loopback weltweit reserviert. Die IP Adresse 127.0.0.1 ist standardmäßig dem Loopback Interface jeden Rechners zugeordnet. Alle Datenpakete an diese Adresse werden von der Netzwerkschnittstelle reflektiert. Einfacher Test der Funktionalität der Netzwerkschnittstelle.

Mit Subnetting wird die Standardnetzwerkmaske verändert Aufteilung eines großen Netzwerkes in kleinere Teilnetzwerke. Trennung von Netzwerken unterschiedlicher Technologie. Trennung von Netzwerken nach Standorten, Gebäuden. Trennung von Netzwerken nach Bereichen, Abteilungen. Abkopplung von Bereichen mit sensitiven Daten. Bilden logischer Arbeitsgruppen. Reduktion der Datenlast in einzelnen Netzsegmenten.

Beispiel Ausgangssituation:

Class C Netzwerkadresse: 192.9.200.0 Standardnetzwerkmaske: 255.255.255.0 = (rechnerisch) 256 verschiedene Rechner. Bildung von 8 Teilnetzen mit je (rechnerisch) 32 Rechnern (256:8). 3Bit (8) des Hostanteil werden dem Netzwerkanteil hinzugefügt (3Bit Subnetting). Die Subnetzmaske muß auf allen Rechnern des Netzwerkes identisch eingetragen werden.

Netzwerkadresse
192
9
200
0
Standard Netzwerkmaske
255
255
255
0
Binäre Darstellung
11111111
11111111
11111111
00000000
Neue Netzwerkmaske
255
255
255
224
Binäre Darstellung
11111111
11111111
11111111
11100000

Ergebnisse: rechnerisch 32 Adressen je Teilnetzwerk möglich, praktisch 30 Adressen je Teilnetzwerk möglich, denn

alle Bit des Hostanteils=0 > Adresse des Teilnetzwerkes

alle Bit des Hostanteils=1 > Broadcast Adresse

Teilnetz 1
Netzadresse
192.9.200.0
Rechneradresse
192.9.200.1 bis 192.9.200.30
Broadcastadresse
192.9.200.31
Teilnetz 2
Netzadresse
192.9.200.32
Rechneradresse
192.9.200.33 bis 192.9.200.62
Broadcastadresse
192.9.200.63
Teilnetz 3
Netzadresse
192.9.200.64
Rechneradresse
192.9.200.65 bis 192.9.200.94
Broadcastadresse
192.9.200.95
Teilnetz 4
Netzadresse
192.9.200.96
Rechneradresse
192.9.200.97 bis 192.9.200.126
Broadcastadresse
192.9.200.127
Teilnetz 5
Netzadresse
192.9.200.128
Rechneradresse
192.9.200.129 bis 192.9.200.158
Broadcastadresse
192.9.200.159
Teilnetz 6
Netzadresse
192.9.200.160
Rechneradresse
192.9.200.161 bis 192.9.200.190
Broadcastadresse
192.9.200.191
Teilnetz 7
Netzadresse
192.9.200.192
Rechneradresse
192.9.200.193 bis 192.9.200.222
Broadcastadresse
192.9.200.223
Teilnetz 8
Netzadresse
192.9.200.224
Rechneradresse
192.9.225.1 bis 192.9.200.254
Broadcastadresse
192.9.200.255

Die Datei ../../hosts

In dieser Datei wird einer IP Adresse ein logischer Name zugewiesen. Das Beispiel zeigt Einträge auf einem Windowsrechner. So ist es möglich Rechner im Netz mit einem Namen anzusprechen. Es ist möglich einer Adresse mehrere Namen zuzuweisen.

# Copyright (c) 1998 Microsoft Corp.
#
# This is a sample HOSTS file used by Microsoft TCP/IP stack for Windows98
#
# This file contains the mappings of IP addresses to host names. Each
# entry should be kept on an individual line. The IP address should
# be placed in the first column followed by the corresponding host name. # The IP address and the host name should be separated by at least one # space.
#
# Additionally, comments (such as these) may be inserted on individual # lines or following the machine name denoted by a '#' symbol.
#
# For example:
#
# 102.54.94.97 rhino.acme.com # source server
# 38.25.63.10 x.acme.com # x client host
#
127.0.0.1 localhost
#
192.168.7.1 manni2 rose # Dell P90
192.168.7.2 gericom1 tulpe # Notebook
192.168.7.3 Man_HGW # Fujitsu HGW

DNS
Zuordnung von symbolischen Rechnernamen zu deren IP Adressen. Bis 1984 zentrale Verwaltung durch NIC (Network Information Centre) in den USA. DNS Einführung ab 1984 weil der Aufwand zur Verwaltung der Adreßzuordnung durch das starke, weltweite Anwachsen der vernetzten Rechner nicht mehr praktikabel war. DNS organisiert Rechnernamen in einer Hierarchie von Domains. Domain ist eine Sammlung von Rechnern die nach organisatorischen oder geografischen Gesichtspunkten zusammengehören. Ein Rechnername muß nur innerhalb einer Domain eindeutig sein. Übertragung der Verwaltung der Top Level Domain auf einzelne Länder, in Deutschland (de) DENIC an der Universität Karlsruhe.

Beispiel einer Domain Struktur:

Domain

DNS ist praktisch eine verteilte Client / Server Datenbank. Der Namensbereich wird in nicht überlappende Zonen aufgeteilt. Eine Zone kann eine oder mehrere Domain umfassen. Ein Nameserver Programm stellt die Informationen zu allen Rechnern innerhalb seines Verwaltungsbereiches bereit. Resolver (Client) sind Programme die auf die Informationen des Nameservers zugreifen. Nameserver sind aus Redundanzgründen merfach vorhanden. Primary Domain Nameserver ist der Hauptserver. Secondary Domain Nameserver haben Kopien vom Hauptserver. Primary Domain Nameserver für -de- steht bei DENIC in Karlsruhe.

Router trennen unterschiedliche logische Netzwerke voneinander und verbinden sie nach Bedarf. Router übertragen gezielt nur Datenpakete, die aus einem logischen Netzwerk in ein anderes übertragen werden sollen. Router sind Geräte oder entsprechend konfigurierte Rechner die für die Wegewahl von Datenpaketen zuständig sind. Router arbeiten auf der Netzwerkschicht Ebene 3 des ISO / OSI Schichtenmodells und orientieren sich nur an Netzwerkadressen.

Drei reservierte Adreßbereiche die ohne Registrierung für eigene Netze verwendet werden können.

Class A Netzbereich
10.0.0.0
bis
10.255.255.255
Class B Netzbereich
172.16.0.0
bis
172.31.255.255
Class C Netzbereich
192.168.0.0
bis
192.168.255.255

Zum festen Anschluß an das Internet ist eine registrierte IP Adresse erforderlich. Beantragung von Internetadresse und Domain Name über ISP (Internet Service Provider). Bei nicht ständig mit dem Internet verbundenen Rechnern wird meistens erst beim Verbindungsaufbau eine IP Adresse vom ISP zugewiesen.

Gateway

TCP/IP Internat. Thomson Publ. 1998 - ISBN 3-8266-4035-7
Linux für Internet und Intranet Internat. Thomson Publ. 1998 - ISBN 3-8266-0342-7
Linux Netzwerke SUSE PRESS 2000 - ISBN 3-934678-20-3

Meine große Liebe hat mich verraten, als ich 13 war. Jetzt liebe ich Jesus. Ich habe alles, was ich brauche.

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Aktualisierung:
06.07.2009

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