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EIN TAG IN DEN USA 1997
Wie kommt man von Europa für einen Tag in die USA? Nun,
bei meinem Lehrgang in Montreal gab es auch ein freies Wochenende. Am
Sonntag beschlossen mein Kollege und ich einen Ausflug in die USA zu machen.
Wir hatten ja ein Mietauto zur freien Nutzung. So kann ich von mir sagen
nicht nur in Kanada, sondern auch in dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten"
gewesen zu sein. Und der Tag wird wirklich interessant.

Die Grenze befindet sich etwa 65Km nach Montreal und
ist echt. Nach der üblichen Prozedur, Warum? Wohin? Wie lange?, werden
wir in den Einreiseraum gebeten. Man merkt, daß man auf einem anderen
Kontinent ist. Für Kanadier ist die Einreise in die USA genauso als wenn
ich nach Österreich fahren wollte. Wir aber sind Ausländer. Das Formular
ist auszufüllen und man muß 9US$ pro Person bezahlen. Das erweist sich
als kleines Problem, denn wir haben nur DM oder C$. Kreditkarten sind
hier auch nichts wert. "Deutschmark, Canadien Dollar?" Der Beamte grinst
nur. Also geht mein Kollege zu Fuß zurück nach Kanada in die Wechselstube
und wieder nach USA. Es sind nur etwa 100m aber sein Paß liegt auf amerikanischer
Seite. Nach Aufklärung des Mißverständnisses und einem lächeln der Amerikaner
sind wir also in den Vereinigten Staaten von Amerika, genauer: im Staat
Vermont. Bis New York sind es etwa 550Km, bis zum Atlantik 350Km. Mit
etwas mehr Zeit und einer Übernachtung währe das Alles leicht zu erreichen.
Aber wir haben eben nur einen Tag.


Burlington, eine amerikanische Kleinstadt, sehr gepflegt.

Während wir noch überlegen wie wir etwas zum Essen bekommen
ohne viel Geld auszugeben, hören wir Musik. Am See wird gerade ein Fest
gefeiert. Es gibt Essen und Trinken umsonst. Wir stellen uns mal einfach
mit an und kommen so zu einem Mittagessen ohne etwas zu bezahlen. Ich
halte vorsorglich meinen Mund aber wir fallen in der Menge nicht auf.
Ich beobachte aber, das die Leute einen Stempel auf der Hand haben. Durch
die Lautsprecheransagen bekommen wir folgendes mit: Einmal im Jahr gibt
es einen Lauftag der von regionalen Institutionen gesponsert wird. Daran
kann Jeder teilnehmen. Als Belohnung bekommt jeder Teilnehmer einen Stempel
auf die Hand und kann sich dann einen Imbiß umsonst abholen. Das nun ausgerechnet
an diesem Tag zwei hungrige Deutsche an diesem Ort auftauchen glaubt doch
Keiner, oder?
Die Umgebung ist sehr schön. Wir fahren an einem großen
See entlang und in der Ferne sind Berge zu sehen, die zum Teil mit Schnee
bedeckt sind. Unser Versuch in Richtung der Berge zu kommen endet schnell.
Die gute Straße geht ohne Vorwarnung in einen Feldweg über und mir wird
klar warum hier so viele Geländewagen zu sehen sind.

Ein typisches sehr schönes amerikanisches Landhaus.

Auf der Rückfahrt kommen wir durch St. Albans. Die Durchfahrtstraße
ist gesperrt. Es wird offensichtlich ein großes Fest gefeiert. Die ganze
Stadt scheint auf den Beinen.

Es findet eine Parade statt. Schulklassen, Oldtimer
...


... Trucks. Alles was diese Stadt vorzuweisen hat, ist
auf der Straße zu sehen.

So geht ein ereignisreicher Tag zu Ende. Wir finden auch
noch ein Einkaufszentrum das am Sonntag geöffnet hat. Die Verkäuferin
bietet an die C$ in US$ zu tauschen damit ich bezahlen kann. Der Kurs
ist aber schlechter als in Kanada.
Die Fahrt nach Montreal verläuft ohne Probleme. An der Grenze werden wir
nicht mehr kontrolliert.
M.L. 1997
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