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08. 09. 2010

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VoIP - Telefonieren über das Internet

VoIP mit Siemens Gigaset S450IP

VoIP (Voice over Internet Protocol) nennt sich ein Verfahren um über das Internet zu telefonieren. Wichtige Standards für VoIP sind derzeit SIP (Session Initiation Protocol) und RTP (Realtime Transport Protocol). Gigaset S450IP arbeitet mit diesen Standards.
Um einen Internetanschluss zum Telefonieren zu benutzen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

PC mit Software und Headset an der Soundkarte
IP Telefon am PC (USB Anschluss)
IP Telefon am LAN
IP Telefon am WLAN

Vorausgesetzt wird ein ADSL Anschluss (DOWN 2048KBit/s UP 192 KBit/s) mit einem Flatrate Tarif.
Zum Telefonieren sind etwa 80KBit/s in beiden Richtungen für ein Gespräch erforderlich. Der Flaschenhals ist somit der UP-Stream. Das ist zu beachten, wenn man z.B. gleichzeitig telefoniert und große Emails versendet.
Bei der Variante mit PC ist der Hardware Aufwand gering. Ein Headset an der Soundkarte oder ein IP Telefon am USB Anschluss sowie etwas Software sind notwendig. Nachteil: Der PC muss in Betrieb sein. Das ist lästig, vor allem wenn man auch immer erreichbar sein will.

Eine andere Lösung ist der Anschluss eines IP Telefons an ein vorhandenes Netzwerk, das einen Gateway zum Internet besitzt. Um VoIP zu benutzen, muss nur der LAN Router in Betrieb sein und eine ständige, feste ADSL Verbindung bestehen. Ein PC ist nicht notwendig. Als Router verwende ich in diesem Beispiel einen Gigaset SE515DSL.

Mit dem Gigaset S450IP bietet Siemens die Kombination eines normalen DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunication) Telefons mit einem IP Telefon für den LAN Anschluss. Man braucht keinen PC und ist innerhalb der DECT Reichweite mobil.

Siemens S450IP

Einmal richtig eingerichtet arbeitet das Gigaset S450IP Telefon zuverlässig und komfortabel. Es gibt bei der Benutzung des Telefons aus Sicht des Anwenders keinen Unterschied ob über das analoge Festnetz oder über das Internet telefoniert wird. Einzig der Weg (Analoges Festnetz oder Internet) wird beim „Abheben des Hörers“ durch unterschiedlich langen Tastendruck bestimmt. VoIP ermöglicht je nach Provider ISDN Komfort und Zusatzdienste wie Bundesweites Telefonbuch, Gelbe Seiten, Info Dienste, Email Benachrichtigung usw. Einige Provider bieten mehrere Rufnummern an, welche man verschiedenen SE450IP Mobilteilen zuordnen kann. Bei der Wahl der Provider sollte man darauf achten, das Teilnehmer, die oft und lange miteinander sprechen, den gleichen Provider wählen, da dann die Gespräche in der Regel kostenlos sind.
Für einen Anrufer aus dem Fest- oder Mobilnetz ist nicht zu erkennen, ob der gewünschte Teilnehmer  über das Internet erreicht wird. Er wählt einfach eine Telefonnummer mit der üblichen Ortsvorwahl um den Teilnehmer zu erreichen.
Ein IP Telefon ist im Gegensatz zu einem analogen Festnetztelefon nicht an eine feste Leitung gebunden. Ein IP Telefon braucht nur einen LAN Anschluss mit einem Gateway zum Internet. Sind Router und Firewall in diesem LAN entsprechend konfiguriert, funktioniert ein IP Telefon somit weltweit an einem beliebigen LAN. Bei Problemen sollten LAN Administratoren helfen können.

Einige Daten Gigaset S450IP:

Dualer Modus: Einfacher Wechsel zwischen VoIP und Festnetz mit einem Tastendruck
Multiline: auf bis zu 6 Mobilteile erweiterbar und 6 SIP Accounts für verschiedene Provider
Bis zu 3 Gespräche gleichzeitig (2 VoIP + 1 Festnetz) mit mehreren Mobilteilen
E-Mail: Anzeige von Absender, Datum/Zeit und Betreff

Das Telefon besteht aus einer Basisstation und einem Mobilteil. Für das Mobilteil gibt es eine Ladestation. Die Basisstation besitzt eine einzige Bedientaste und kann unsichtbar z.B. unter dem Schreibtisch befestigt werden. Die Bedientaste braucht man nur um Mobilteile anzumelden oder zu suchen.

S450IP Anschluss Prinzip

Von der Basisstation führt ein Telefonkabel zur TAE Dose welche am Splitter angeschlossen ist (Analoges Festnetz) und ein Standard Netzwerkkabel zum Router Gigaset SE515DSL (VoIP). Ein Steckernetzteil versorgt die Basisstation mit Energie.
Der Festnetzanschluss funktioniert sofort nach der Inbetriebnahme wie gewohnt.

Um die VoIP Funktionalität zu nutzen sind auf der Basisstation einige Einstellungen erforderlich. Diese Einstellungen können mit dem Mobilteil aber auch über einen Webbrowser vorgenommen werden. Grundsätzlich ist die Konfiguration nicht kompliziert und wird von Siemens durch vorkonfigurierte Dateien der gängigen Provider unterstützt. Trotzdem sind TCP/IP Kenntnisse für das Verständnis und die Fehlersuche bei Problemen von Vorteil.

Zuerst muss eine VoIP Telefonnummer bei einem Provider eingerichtet werden. Dazu sucht man sich im Internet einen VoIP Provider welcher SIP (Session Initiation Protocol) unterstützt. Man muss sich anmelden und bekommt eine Telefonnummer zugewiesen. Außerdem muss man noch ein Passwort für die Nutzung der Telefonnummer festlegen. Die Telefonnummer ist nach kurzer Zeit freigeschaltet. Telefonnummer und Passwort werden später benötigt um sich mit dem IP Telefon beim Provider anzumelden. Zusatzdienste, wie z.B. Anrufbeantworter, können beim Provider später eingerichtet werden.

Nun muss die Basisstation konfiguriert werden. Das geht komfortabel mit einem Webbrowser, kann aber auch mit dem Mobilteil erfolgen.
Gigaset S450IP ist im Auslieferungszustand für die dynamische Zuweisung der IP Adresse eingerichtet. Am Router muss deshalb der DHCP Server aktiv sein.

Unter
-Einstellungen- -Basis- -Lokales Netzwerk-
kann man die zugewiesene IP Adresse am Mobilteil sehen. Nun startet man einen Webbrowser am PC und gibt als URL diese IP Adresse ein. Nach einiger Zeit erscheint der Anmeldebildschirm.
Nach der Anmeldung wird unter
-Einstellungen- -Telefonie- -Verbindungen-
die Konfiguration vorgenommen.

Menü1

Anmeldename und Benutzername entsprechen der beim VoIP Provider eingerichteten Telefonnummer. Das Passwort entspricht dem beim VoIP Provider eingerichtetem Passwort.
Angezeigter Name erscheint am Mobilteil bei einem Anruf über VoIP.

Siemens unterstützt mit vorgefertigten Dateien die Konfiguration. Mit dem Button
-VoIP-Provider auswählen-
wird ein Dialog gestartet. Findet man hier den eigenen Provider nicht, bleibt nur die erforderlichen Daten beim Provider selbst zu besorgen.

Menü2

Mit dem Button
-Weitere Einstellungen anzeigen-
kann man sich die Parameter anzeigen lassen. Das Bild zeigt die Einstellungen für „1und1“.

Der Button
-Sichern-
speichert die Werte in der Basisstation.
Auf diese Art sind max. sechs Konfigurationen speicherbar. War die Konfiguration erfolgreich erscheint unter
-Einstellungen- -Telefonie- -Verbindungen-
der Status Angemeldet.

Menü3

Im Prinzip sollte VoIP nun funktionieren. Für weitere Einstellungen am Telefon verweise ich auf die Bedienungsanleitung.

Konflikte treten in der Praxis mit dem Router im Netzwerk auf. Bei Problemen muss man sich mit den Router Einstellungen beschäftigen. Für den Router Gigaset SE515DSL habe ich folgende Einstellungen ergänzt:

Gigaset S450IP Telefon LAN Anschluss am LAN Port 3 oder 4 des Routers.
Festlegung der DHCP Server Adresse auf einen bestimmten Wert für das Gigaset S450IP Telefon.
Das bedeutet, dass das Telefon immer die gleiche IP Adresse bekommt, auch wenn andere Netzwerkgeräte zu anderen Zeiten eine IP Adresse vom DHCP Server anfordern.
Eintrag Gigaset S450IP Telefon in die DMZ Liste vom Router.

Weiterhin ist es sinnvoll die Firmware vom Gigaset S450IP Telefon zu aktualisieren. Das kann über das Mobilteil erfolgen, siehe Bedienungsanleitung. Die vollständige Bedienungsanleitung sowie FAQ und Service findet man auf der Siemens Gigaset Webseite.

M.L. 04/2007

Meine große Liebe hat mich verraten, als ich 13 war. Jetzt liebe ich Jesus. Ich habe alles, was ich brauche.

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Aktualisierung:
06.07.2009

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